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Hautausschläge können auch medikamentenbedingt sein

Rote Flecken, Knötchen, Bläschen oder Quaddeln, die jucken oder brennen: hinter solchen unangenehmen Hautveränderungen können auch Medikamente stecken. Sie sind neben Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln oder Windpocken die Hauptursache für Ausschläge. Substanzbedingt sind auch Kontaktekzeme, die als Folge von Allergien oder als Unverträglichkeitsreaktion auftreten. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker informieren zum Thema.

 

Flecken und Rötungen, Quaddeln, Knötchen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen oder eitergefüllte Pusteln, Schuppenbildung und Abschilferung: Ein Exanthem – so bezeichnen Mediziner einen Hautausschlag – kann zu ganz unterschiedlichen Hautveränderungen führen. Meist treten sie plötzlich auf, entweder lokal begrenzt oder am ganzen Körper, Ausbreitung und Aussehen können sich im Verlauf der Erkrankung ändern. Nicht selten kommen Begleitsymptome wie Fieber, Juckreiz, Schmerz oder Brennen hinzu; auch Übelkeit, Schwitzen, Atembeschwerden, Husten oder Lymphknotenschwellungen sind je nach Ursache möglich.

Und die ist meist gar nicht so einfach zu bestimmen: „Als größtes Organ des Menschen ist die Haut Schutzmantel gegen äußere Einflüsse und Kontaktstelle für Sinneseindrücke. Zugleich verrät sie oft auch, was sich im Körperinneren und in der Psyche abspielt", erklärt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen. Ein Exanthem kann zwar auf eine Erkrankung der Haut hinweisen, etwa eine Pilzinfektion. Doch häufig liegt die Ursache anderswo: „Viele Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln, Scharlach oder Windpocken bringen Hautveränderungen mit sich. Ebenso können Autoimmun- und Systemerkrankungen, Erkrankungen der inneren Organe oder Gefäßentzündungen die Haut in Mitleidenschaft ziehen", so Neidel. Eine genaue Diagnose kann nur der Arzt stellen, der hierfür immer auch nach eingenommenen Arzneimitteln fragen wird.

Denn gar nicht so selten stecken Medikamente dahinter, wenn die Haut verrücktspielt: „Solche Nebenwirkungen treten typischerweise ein bis zwei Wochen nach Therapiebeginn auf, oft von Juckreiz begleitet", weiß Apotheker Neidel und zählt mögliche Auslöser auf:
„Besonders häufig sind Hautreaktionen auf Acetylsalicylsäure und Antibiotika, beispielsweise Penicillin. Auch bestimmte Antirheumatika, Kortisonpräparate, Antiepileptika und Diuretika sowie Mittel gegen Gicht und Diabetes, Gerinnungshemmer und Krebsmedikamente sind dafür bekannt." Sogar pflanzliche Wirkstoffe wie Mönchspfeffer, Koriander- oder Kümmelöl lösen mitunter Hautveränderungen aus, bei Johanniskraut kann dies unter Einfluss von UV-Licht der Fall sein.

Wer vermutet, dass ein Exanthem auf ein eingenommenes Medikament zurückgeht, kann sich zu-nächst in der heimischen Apotheke Rat holen. Fällt die Reaktion sehr heftig aus – treten etwa Atemnot, Fieber oder Schwellungen auf –, sollte man unbedingt den behandelnden Arzt kontaktieren und ggf. sogar den Notarzt rufen. „Keinesfalls aber darf man ärztlich verordnete Medikament selbständig absetzen oder die Dosis verändern", warnt Apotheker Neidel.

Häufig reagiert die Haut auch einfach auf Stoffe, mit denen sie äußerlich in Berührung kommt. „Schädliche, aggressive oder giftige Stoffe wie Putzmittel oder Pflanzen können eine Unverträglichkeitsreaktion bewirken, die sich als Kontaktekzem zeigt", erläutert Neidel. Bei einer Allergie löst dagegen eine an sich harmlose Substanz – etwa Nahrungsmittel, Tierhaare oder Blütenpollen – einen Abwehrmechanismus des Immunsystems aus, der fast immer auch zu einer Hautreaktion führt. „Sie tritt meist unmittelbar auf, nachdem Haut oder Schleimhäute mit dem Allergen in Kontakt gekommen sind", weiß der Apotheker. Auch hier gilt: Bei sehr heftiger Reaktion – zu brennenden oder juckenden Quaddeln kommen z.B. Atemnot, Blutdruckabfall, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen oder eine Bewusstseinstrübung hinzu – sollte man sofort den Notarzt rufen: es könnte sich um einen sogenannten anaphylaktischen Schock handeln.

Manchmal verbirgt sich die Ursache, wo man sie am wenigsten erwarten würde: in der Hautpflege. „Nicht nur auf falsche, auch auf zu intensive Pflege kann die Haut mit Krankheitszeichen antworten. Einzelne Inhaltsstoffe, vor allem Duftstoffe, können zudem allergische Reaktionen auslösen", erläutert Neidel. Wer sehr empfindliche Haut hat und/oder zu Allergien neigt, kann sich in der Apotheke beraten lassen, welche Pflege zum eigenen Hauttyp passt. Dort hält man auch die passenden Pflegeprodukte bereit.

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